*Zur Verbesserung der schulinternen Organisation fachlichen Unterrichts ist die Institutionalisierung von Fachteams in Biologie, Chemie, Geographie und Wirtschaftskunde, Informatik, Mathematik und Physik unverzichtbar. Dazu ist vor allem eine Aufwertung der Fachkoordinator/innen erforderlich. Sie benötigen sowohl eine ihren Aufgaben entsprechende Qualifikation als auch eine entsprechende Position an der Schule. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören die gegenseitige Abstimmung der fachlichen Anforderungen, die Organisation interner Qualitätssicherung und die Koordination des professionellen Erfahrungsaustauschs in der Fachgruppe. Auf regionaler Ebene entsprechen den Fachkoordinator/innen die Arbeitsgemeinschaftsleiter/innen bzw. weitere Personen, wie z.B. Koordinator/innen in regionalen Netzwerken, die im jeweiligen Bundesland Aufgaben eines fachbezogenen Bildungsmanagements erfüllen. Diese – zu präzisierenden – Aufgaben betreffen unter anderem die Gestaltung entsprechender Diskussions- und Kommunikationsprozesse zu Fragen des Unterrichts und der Bildung in Bezug auf aktuelle und zukünftige gesellschaftliche Anforderungen, die regionale Koordination des professionellen Erfahrungsaustauschs und Schnittstellenmanagement. Eine Ausbildung von fachbezogenen Bildungsmanager/innen und eine damit einhergehende Aufwertung dieser Positionen erscheinen wesentlich, damit diese Aufgaben professionell wahrgenommen werden könne. Aufbauend auf bestehenden Ressourcen und in enger Kooperation zwischen den Lehrer/Innenbildungseinrichtungen sollen in den Bundesländern regionalen Zentren mit positiver Synergiewirkung für Wissenschaft und Schulpraxis entstehen. Die regionalen Zentren sollen fachübergreifend wirken und mit den – jeweils für eine Fachdidaktik zuständigen – nationalen Kompetenzzentren in enger Verbindung stehen. Eine Einbindung der fachbezogenen Bildungsmanager/innen sowie eine Verknüpfung mit den regionalen Netzwerken sind intendiert. Regionale Netzwerke von Lehrer/innen und Schulen haben in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen, weil sie eine ökonomische Nutzung der bestehenden personellen und materiellen Ressourcen ermöglichen. Ihre Einrichtung soll zudem regionale fachbezogenen oder fachübergreifende Schwerpunktsetzungen im Mathematik-, Naturwissenschafts- und Informatikunterricht, mittelfristig auch in anderen Fächern und deren weitere Unterstützung erleichtern. Solche regionalen Netzwerke sollen sukzessive in allen Bundesländern eingerichtet und auch österreichweit miteinander vernetzt werden. Für die nationale und internationale wissenschaftliche Profilierung der Fachdidaktik ist eine besondere Ausstattung jeweils einer der regionalen fachdidaktischen Organisationseinheiten eine wichtige Voraussetzung. Die nationalen Fachdidaktikzentren dienen unter anderem der Planung, Durchführung und Evaluation von innovativen Forschungs- und Entwicklungsprojekten, dem Sichtbar- und Nutzbarmachen von Ergebnissen der Unterstützung der Schulpraxis und Beratung und Begleitung nationaler Entwicklungen (z.B. Standard) bzw. internationaler Programme (z.B. PISA). Die Zentren wollen weiters an der österreichweiten Vernetzung der Fachdidaktiken mitarbeiten zur systematischen Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses beitragen sowie auch Beiträge zur Verbesserung der Lehrer/innenbildung leisten und die Kooperation zwischen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen fördern. Zur rasch wirksamen Stimulierung von Innovationen im Mathematik-, Naturwissenschafts- und Informatikunterricht (MNI) sowie in der Lehrer/innenausbildung dieser Fächer wurde in Kooperation zwischen Schulbehörde, Schulpraxis und Wissenschaft der „Fonds für Unterrichts- und Schulentwicklung. Didaktik der Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik” (MINI Fonds) eingerichtet. Das österreichische berufsbildende Schulwesen zeichnet sich durch ein sehr differenziertes Ausbildungsangebot aus. Sowohl das duale System von Lehre und Berufsschule, als auch die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen bieten jungen Menschen alle zeitgemässen Möglichkeiten einer am Arbeitsmarkt anerkannten Berufsbildung. Gleichzeitig öffnen die berufsbildenden Schulen alle Wege für ein Studium an weiterführenden Bildungseinrichtungen. So können Absolventinnen des dualen Systems und der berufsbildenden mittleren Schulen über die Berufsreifprüfung, über ein Kolleg bzw. einen Aufbaulehrgang ein Studium an einer Fachhochschule oder Universität in Angriff nehmen. Schülerinnen von berufsbildenden höheren Schulen erwerben mit dem Abschluss den direkten Hochschulzugang und können – weil das an höheren Lehranstalten mit dem 19. Lebensjahr erreichte Qualifikationsniveau in anderen Ländern erst im Laufe eines tertiären Bildungsganges erzielt wird – durch die Anerkennung von vorhandenen Kenntnissen eine Verkürzung der Gesamtstudiendauer erzielen. Um dem doppelten Bildungsauftrag der berufsbildenen Schulen nachzukommen, sind laufende Anstrengungen der Bildungsinstitutionen zur Sicherung der Qualität der Ausbildung notwendig. Ferner müssen berufsbildende Schulen auf neue Anforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft rasch reagieren und in zunehmendem Masse die Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der Schulautonomie berücksichtigen.